Architekt Ziviltechniker

Barrierefrei ≠ Rollstuhltauglich!

Öffentliche Einrichtungen – und damit auch alle Ordinationen – sollen ab Jänner 2016 barrierefrei nutzbar sein. Damit werden vor allem Ordinationen im älteren Baubestand riskant, weil PatientInnen die Möglichkeit haben, den Ordinationsinhaber wegen Diskriminierung zu klagen. Der Einbau von Liften und Rampen ist ein Weg, dieses Risiko zu minimieren. Aber: Er ist in vielen Fällen aus bautechnischen oder anderen Gründen nicht machbar (etwa wenn Miteigentümer in Mehrparteien-Häusern die Zustimmung verweigern).

Hinzu kommt: Zugänglichkeit für Menschen mit Bewegungsbeeinträchtigungen ist nur ein Kriterium. Barrierefreiheit von Ordinationen bedeutet auch, besonders darauf abzustellen, welche Bedürfnisse die Menschen haben, die die jeweiligen Räume vorwiegend nutzen: Gibt es etwa ein erhöhtes Aufkommen von Eltern mit Kinderwagen? Kommen viele schwer sehbeeinträchtigte PatientInnen? Wird die Ordination v.a. von desorientierten Menschen benutzt? …

Falls Ihre Ordination erst 2006 oder später eröffnet wurde, sollte Barrierefreiheit – zumindest im Sinne der „Rollstuhltauglichkeit“ – bereits gegeben sein. Es ist aber anzuraten, die Ordination auch hinsichtlich Barrierefreiheit für Menschen mit Sinnesbehinderung zu überprüfen.

>> Was tun? Den Ordinationsstandort verlegen? Es darauf ankommen lassen und eine Klage riskieren? Der Barriere-Check hilft weiter. Im Barriere-Check wird fachkundig geklärt, welche Möglichkeiten es gibt, Ihre Ordination im Alt-Bestand zu halten und sie dennoch im machbaren Ausmaß für die Bedürfnisse der PatientInnen Barriere-frei nachzurüsten.