Architekt Ziviltechniker

Haus OS

Fotos: Novak, Homann

Haus im Glück – OS im Naturpark Pöllauer Tal

Entwurf, Planung, Umsetzung.

Beim „Haus im Glück“ handelt sich um den Umbau eines rustikalen Wochenendhauses zu einem zeitgemäßen kleinen Landhaus mit neuem Wellness-Zubau, der die räumliche Geschlossenheit des bestehenden Gebäudes aufbricht und über offene Raumfolgen und Raumerhöhungen im Inneren sowie großzügige Öffnungen nach außen und nach oben einen völlig neuen Raum herstellt. Die großzügige Verglasung im Wellnessbereich mit Pool bringt die Natur der Umgebung in den Raum und spiegelt sie nach außen wider. Der Wellnessbereich kann komplett zum Naturraum und zur Gartenlandschaft rund ums Haus geöffnet werden. Großzügige Öffnungen nach außen und nach oben stellen einen völlig neuen Raum her. Blickbezüge zur umgebenden Landschaft, zum Ausgedingehaus sowie zum Biotop und zum Wald sind möglich geworden.

Prozess:

Das „Haus im Glück“ ist das Ergebnis einer 'Reanimierung samt Operation am nicht mehr ganz lebendigen Objekt', ein Eingriff an einem bestehenden Gebäude, das über Jahre in Selbstbau-Methode aus sehr differenten Stücken zusammengebaut wurde und dem zuletzt noch ein sehr rustikales (pseudo-)-„traditionelles“ Antlitz verliehen wurde. Die 'Operation' musste also an jedem Teilstück ansetzen, um ein neues Ganzes, einen neuen Ort entstehen zu lassen, der einem klaren und geradlinig-modernen Formzuschnitt entspricht. Diese 'Operation' war nötig, da ein Abriss, einerseits durch die Lage im Freiland ohnehin verboten und andererseits durch persönliche Bezüge des Bauherrn zum Objekt auch unmöglich war. Eigentlich könnte man die Operation als ‘Umriss’ bezeichnen, da durch die sehr geringen Raumhöhen und die Materialauswahl in der Substanz im Rahmen des Umbaus viele ‘kleine Abrisse’ erfolgten, auch um den prekären Energiestandard des Bestandes auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen:

Der Bestand erhielt eine völlig neue, wärmetechnisch adäquate Verpackung mit den Oberflächen-Materialien Lärchenholz, Dreifachverglasung und Cortenstahl, der ebenfalls neu durchgedämmte Fußboden einen Gussasphaltbelag mit Fußbodenheizung. Eine Luftwärmepumpe versorgt das neue Haus mit Poolraum-Zubau umweltfreundlich mit Energie. Erhalten wurde lediglich die Dachhaut in grauem Eternit und die Wand- und Dachkonstruktionen der Außenwände. Der neue Wellnessbereich stellt auch die Gesamtanlage des Ensembles richtig, schafft differenzierte Außenbezüge zum Naturraum des angrenzenden Waldes, zum Biotop, zum angrenzenden Bach sowie zum alten – und tatsächlich traditionellen – Ausgedingehaus.

Nutzung:

Als Vorgabe gab es den Wunsch nach einem Pool im Haus und das Bedürfnis, in dieser wunderschönen, freien Natur auch einen wunderschönen, klaren Bau zu haben, in dem man „frei atmen“ kann. Der Entwurf holt daher die Natur an jeder Ecke ins Haus, mit Räumen, die nicht beengen, einer sehr klaren Linien- und Schnittführung, die dem Bedürfnis nach Reduktion und Schlichtheit entspricht. Besonders gelungen ist auch die „innere Durchlässigkeit“: Man kann schwimmen – und sich mit Leuten in der Küche unterhalten, man kommt vom Schlafzimmer und der neuen, großen Terrasse über die Wendeltreppe direkt zu Pool und Garten. Weil der Bau „dermaßen gut“ geworden ist, hat sich der Bauherr noch im Verlauf entschlossen, das Objekt nicht nur selbst zu nutzen – als Wochenendhaus aber notgedrungen kursorisch –, sondern diese Ressource als „Haus im Glück" auch anderen Menschen nutzbar zu machen, die die besonderen Qualitäten dieses Ortes schätzen können. Daher wird dieses kleine „Landhaus der besonderen Art" also auch für Freunde/Bekannte sowie deren Freunde/Bekannte geöffnet – und mit einem offenen Netzwerk „Gleichgesinnter“ geteilt, die die Besonderheit dieses Ortes „auf halber Strecke“ zwischen Graz und Wien schätzen können und genießen wollen. Sommer 2013 – Frühjahr 2014